Der Seelenweg
- Jessica Eick

- 18. Sept. 2019
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Feb.
Wenn wir beginnen, unseren authentischen Pfad zu beschreiten, startet das oft mit der Frage nach unserer Berufung. Nur wenige von uns haben das große Glück, von Kindheitstagen an verbunden mit sich selbst und dem Leben einen vollkommen authentischen Weg zu gehen – und im Beruf echte Erfüllung zu leben.
Die meisten wählen einen Beruf, der gut zu uns passt, gesellschaftlich anerkannt ist und einen Zweck erfüllt: uns ökonomisch abzusichern. Und doch stellen viele Menschen nach ein paar Jahren fest, dass es ihnen immer schwerer fällt, diesen Job noch mit innerer Wahrheit auszuführen. Trotz materiellem Reichtum, einer tollen Familie, guten Freunden, inspirierenden Reisen etc. fühlen wir uns, als seien wir in der falschen Geschichte gefangen.
Wir kommen immer öfter an den Punkt, an dem wir zweifeln. Oft ist da eine stille, diffuse Sehnsucht in uns, die wir nicht stillen können: die Sehnsucht nach tieferem Sinn, nach Erfüllung – und nach dem Gefühl, mit unserem Tun etwas zu bewirken. Es ist die Sehnsucht nach einem Leben und einer Tätigkeit, die unserem wahren Selbst entspricht.
Wir suchen also nach dem Sinn und Zweck, den wir für uns auf der Erde erkennen und erfüllen wollen. Was dabei häufig nicht thematisiert wird: Der Weg raus aus dem bisherigen Kokon – hin zu Freiheit und Erfüllung – gelingt nur selten, ohne dass wir unsere Komfortzone verlassen und uns durch Ängste hindurchbewegen.
Hier liegt oft der Trugschluss, dass wir „nur noch“ dem folgen müssen, was sich gut und leicht anfühlt – dass der authentische Weg ausschließlich aus einem Gefühl von Leichtigkeit entsteht. Dass immer die Entscheidung die Richtige ist, die sich in meinem Bauch gerade richtig anfühlt. Das ist ein großer Trugschluss.
Denn die Entwicklung, die wir durchleben, wenn wir uns hin zu unserem wahren Selbst bewegen, gleicht oft einer tiefen Transformation. Und Transformation bedeutet Veränderung – und Veränderung macht Angst. Unweigerlich.
Manchmal fühlt sich der nächste Schritt nicht „leicht“ an, weil er falsch ist – sondern weil ein Teil in uns gelernt hat, dass Sichtbarkeit, Freiheit oder Erfolg nicht sicher sind. Dass wir dann zu viel werden. Zu anders. Zu allein. Zu angreifbar. Und genau an dieser Stelle verwechseln viele Intuition mit einem Nervensystem, das auf Alarm schaltet: nicht, weil es uns sabotieren will, sondern weil es uns schützen möchte.
Der authentische Weg ist also nicht automatisch der, der sich am bequemsten anfühlt. Es ist vielmehr der Weg der Erkenntnis, der Bewusstwerdung, der Aufarbeitung und der Integration. Der Weg durch unsere Ängste hindurch – nicht mit „Durchziehen“, sondern mit Wurzeln. Mit innerer Sicherheit. Mit einem System, das lernen darf: Ich bin sicher, auch wenn ich mich verändere.
Hört sich das einfach an? Nein, das ist es nicht. Es ist ein herausfordernder, manchmal lebenslanger Weg. Warum es sich trotzdem lohnt, ihn einzuschlagen? Weil hinter all den Schichten von Zweifel, Trauer, Suche, Unsicherheit, Angst, Mangelgefühl, Unzulänglichkeit und täglichem Kampf etwas in dir wartet, das gesehen werden will: deine Wahrheit. Dein Leben. Dein Weg.
Und weil genau dort Frieden entsteht – Wachstum, Liebe und Erfüllung auf allen Ebenen.

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